03.12.2018

Das leisere Fahrradkino

Ein Gastbeitrag von Kai Burchart, Radko-Stöckl-Schule in Melsungen

Wir wollen in unserer Schule Schüler*innen die direkte Erfahrung ermöglichen, Energie selber herzustellen. Schon ein Fahrrad auf einem Ökotrainer kann jedoch in einem Klassenraum viel Lärm machen.

Daher haben wir in den letzten Jahren mit Unterstützung vieler Schüler*innen und des Fördervereins der Radko-Stöckl-Schule zehn klappbare Hometrainer zu „Strommakern“ umgebaut. Magnetbremse raus, Zahnriemen rein, Generator mehrfach schallisoliert dran. Dazu kommen noch Spannungsstabilisator, Wechselrichter, Leistungsanzeige und Verkabelung: Schon kann man Gesundheit und nachhaltige Energieerzeugung selber „unter die Beine“ nehmen.

Die maximale Leistung liegt bei ca. 100 Watt, weil sonst der Riementrieb überrutscht. Die Strommaker sind also nicht für Kurzleistungsversuche, sondern eher für Langzeitversuche im Bereich 50 Watt pro Person ausgelegt. Dazu gehören beispielsweise das Fahrradkino, Smoothiemaker, Espressokocher, eine Carrerabahn und Wasserkochversuche.

Zur Belohnung gab es im September 2018, beim Tag der Nachhaltigkeit in Melsungen, für jede*n Strampler*in eine Urkunde. Sie bezeugt, wie viel Watt über welchen Zeitraum geleistet wurden. Außerdem zeigte sie auf, wie viel CO2 und wie viel Geld eingespart wurden.

Zusätzlicher Vorteil ist, dass wir an der Schule nicht 10 Fahrräder brauchen, sondern jeden Strommaker einzeln auf seinen Rollen hinter uns herziehen können. Die Strommaker mit Batterie sind ständig im Technikhaus Energie Plus der Radko-Stöckl-Schule aufgebaut. Es ist ein Teil des bundesweit einmaligen Bildungshauses für nachhaltige Umwelt- und Berufsbildung und kann gerne besucht werden.

© Kai Burchart