Hitzegüsse beim Fahrradkino #6 in Frankfurt a.M

12.06.2018

Hitzegüsse beim Fahrradkino #6 in Frankfurt a.M.

Der 6. Tourstopp der KLAK Fahrradkino-Tour führte uns am 9. und 10. Juni nach Frankfurt am Main auf das Grünwärts Festival, das gemeinsam von PIER F – Zukunftshafen Frankfurt und Transition Town Frankfurt am Main e.V. veranstaltet wurde.

Am Eröffnungsabend fiel das Fahrradkino leider – im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser – und dieses Mal wirklich! Nach einem heißschwülen Tag regnete es den ganzen Abend lang. Trotzdem kamen einige interessierte Besucher*innen, sodass das Kino in den Grünen Salon des PIER F indoor verlegt wurde. Diesmal aus Platzgründen leider ohne Fahrradantrieb.

Ein Highlight war der Besuch von Eric, der emissionsfreie Schokolade und Rum von der letzten Schokofahrt mitgebracht hatte und darüber einen Film zeigte. Von der Schokofahrt berichteten wir bereits hier.

Am Haupttag des Grünwärts Festivals war jeder Regen schnell vergessen. Wir waren beeindruckt wieviele Besucher*innen trotz der hohen Temperaturen und schnittfesten Luftfeuchte auf den installierten Fahrrädern strampelten, um Strom für das KLAK TV zu generieren. Chapeau!

Beim Grünwärts feierten viele Initiativen, Vereine und Gruppen das Thema Nachhaltigkeit und stellten ihre Ideen vor. Auch der Radentscheid Frankfurt, der zur Zeit Unterschriften für das Bürger*innenbegehren sammelt, war vor Ort. Mehr dazu seht ihr in Kürze in der nächsten KLAK TRIFFT-Folge.


Feuchtfröhliche Wetterlage beim Fahrradkino #5 in Köln

04.06.2018

Feuchtfröhliche Wetterlage beim Fahrradkino #5 in Köln

Bei unserem 5. KLAK Fahrradkino – Tourstopp in Köln hatten wir eine Erfahrung der besonderen Art. Bisher waren wir verwöhnt gewesen mit stets prallem Sonnenschein. Dieses Mal jedoch war alles anders. Nachdem wir bei 36 Grad schweißüberstömt alles aufgebaut hatten, kam, was die Wetter-App mehr als deutlich angekündigt hatte, wovon wir jedoch gehofft hatten, dass es ein Irrtum sei:  das Gewitter. Donner, Blitz und daumengroße Regentropfen zwangen uns unter jegliche Art von Unterschlupf. Nach dem gröbsten Regensturz, dachten wir es wäre vorbei und irrten uns erneut. So waren wir den gesamten Nachmittag über damit beschäftigt immer wieder auf – und abzubauen, je nach Wetterlage.

Kurz drohte das Fahrradkino im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser zu fallen. Doch wir gaben nicht auf und es hat sich gelohnt! Das Gewitter zog irgendwann doch weiter und wir konnten den Abend noch mit allen Programmpunkten und unseren Klimakurzfilmen genießen. Besonders unser Siebdruck erfreute sich großer Beliebtheit und Jung und Alt fand ein T-Shirt inklusive Motiv, das er*sie sich selbst mit Anleitung bedrucken konnte. Anfänger*innen wurden zu Expert*innen und brachten sich gegenseitig bei, wie die Instrumente zu verwenden sind und wie die Farbe auf dem T-Shirt am besten zur Geltung kommt. Genau wie wir es uns gewünscht hatten!

Auch dieses Mal fand die Veranstaltung wieder an einem ganz besonderen Ort statt. Das Kölner Odonien ist ein Kulturzentrum, Veranstaltungsort, Freiluftatelier und Werkstatt, aber vor allem ein Freiraum für Kreativität und Kunst. Betritt man Odonien, mutet es auf den ersten Blick an wie ein etwas verrückter Schrottplatz. Der Künstler Odo Rumpf gründete es bereits vor Jahrzehnten und mittlerweile ist es in Köln eine Institution. Riesige Statuen, Gebilde, Installationen und kleine kreative Besonderheiten lassen einen staunen und die Zeit vergessen. Man kann sich in Odonien verlieren, herumwandern und entdeckt jede Sekunde etwas Neues. Aus alten Fahrradsitzen und einem alten Rollstuhl wird ein gemütlicher Sessel, aus alten Rohren ein Baum, aus verschrotteten Autos, Gittern und Betonklötzen wird ein riesiger Turm, von dem eine alte Schiene eine Hochseilbahn bildet, auf der ein filigranes Metalltier balanciert. Das toll gebaute Toilettenhäuschen ist umrahmt von einem Metallgitter, was es wie einen Raubtierkäfig aussehen lässt und das Waschbecken darin besteht aus einer alten Schubkarrenschale. In den Kunstwerken wachsen und ranken sich Pflanzen als Teil des Gesamtwerkes. Die alten Industrieteile scheinen mit der Natur zu verwachsen und bilden so eine aussagekräftige Symbiose.

Um die künstlerische und handwerkliche Arbeit zu strukturieren und zu vereinfachen, gibt es Sammelstationen für alle verschiedenen Materialien – Holz, Metall und was das Herz sonst noch begehren könnte. Jedes Mal wenn wir für unsere Arbeit etwas benötigten, zogen wir einfach zu der Sammelstation los und fanden das gesuchte Stück.

In Odonien herumzustreifen machte uns erneut bewusst wie wichtig Platz ist. Denn Odonien bietet einen riesigen Raum dafür, „Müll“ aufzubewahren. So wird den aussortierten Teilen die Chance gegeben zu etwas Neuem verwertet zu werden und damit wieder einen Sinn zu erlangen. Altes muss also nicht sofort weggeschmissen werden um Platz zu schaffen, sobald es nicht mehr genutzt wird. Stattdessen gibt es den Luxus des Raumes, der es ermöglicht einem Objekt für eine Zeit auch ohne Nützlichkeit aufzubewahren und zu warten, bis es später doch wieder irgendwo eingesetzt werden kann. Vielleicht in einem völlig neuen Zusammenhang – als Blatt eines Baumes, als Gesicht einer Figur oder als Sitzmöglichkeit für Gäste.

Diese Räume sind für Städte wertvoll, da dort einerseits Müll neu verwertet werden kann und andererseits da Menschen sich dort ausprobieren und Inspiration für Zuhause und ihr eigenes Leben finden können. Sie können dort umdenken lernen und ihren eigenen Alltag hinterfragen und es wird ihnen dabei eine Alternative angeboten. In den meisten Städten werden diese Räume immer weniger, was für nachhaltige Lebensweisen nicht förderlich ist.

Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir die Chance hatten ein Teil dieses großartigen Ortes zu sein und hier unser Fahrradkino abhalten konnten. Trotz des regnerischen Tages kamen viele Menschen und strampelten so fleißig, dass nicht einmal auffiel, dass es Couch-Potatoe-Wetter war– im Gegenteil, die fleißigen Kölner*innen erstrampelten einen neuen Rekord! Die Batterie wurde trotz Kino um 15% aufgeladen!

Ein toller Tag, vielen Dank an euch!

Unseren Videobeitrag über das Event und The Good Food Köln gibt es in Kürze. Freut euch drauf!


Einfach nur „WOW“! Fahrradkino-Tourstopp #4 in Bonn

28.05.2018

Einfach nur „WOW“! Fahrradkino-Tourstopp #4 in Bonn

Am Freitag, den 25.5. feierten wir unseren vierten Tourstopp – dieses Mal in Bonn. Niemand hätte erwartet, dass alles so großartig werden würde! Um die 1000 Menschen kamen in Bonn in die Franziskanerstraße, die für Autos gesperrt wurde für diesen Tag und waren Teil des Straßenfestes.

Es ging dabei um vielerlei: erstens wurde das Fahrrad als nachhaltiges, klimafreundliches und platzsparendes Transportmittel zelebriert. Ein Hochrad alter Bauart fuhr mittendrin herum und löste bei einigen Menschen, die darauf probefuhren glatt Höhenangst aus. Aus alten Fahrradteilen wurden Schmuck und Gebrauchsgegenstände recycelt und die Bonner Velowerft erläuterte wie man sich ein eigenes Lastenrad baut. Zudem hing die Veranstaltung zusammen mit der Critical Mass Bonn, die für mehr Fahrräder und weniger Autos auf den Straßen kämpft. An diesem Tag verzeichnete sie den höchsten Zulauf an Mitradler*innen überhaupt: über 760 nahmen teil an dem Protest gegen die Autowelt und für nachhaltiges Mobilitätsverhalten sowie eine lebenswerte Zukunft!

Zweitens ging es um Gemeinschaft, um Nachhaltigkeit und darum zu nicht-kommerziellen Zwecken zusammenzukommen und sich wieder einmal daran zu erinnern, dass eine andere, nicht profitorientierte Art des Lebens nicht nur möglich, sondern vor allem wunderschön ist.
Drittens ging es aber auch um strukturelle Kämpfe. Aus dem Viktoriaviertel, in dem die Franziskanerstraße liegt, sollten alle Geschäfte vertrieben werden und Platz machen für ein Shoppingzentrum und großangelegte Umbaumaßnahmen, die der Profitmaximierung im städtischen Raum dienen. Ein Großinvestor kaufte sich ein und hatte mit dem Viertel viel vor. Viele Menschen gaben ihre Geschäfte auf. Doch einige andere wollten das nicht mit sich und mit ihrer Stadt machen lassen. Es gründete sich die Gewerbegemeinschaft Viktoriaviertel e.V., die begann für ihr Viertel zu kämpfen. Es geht dabei um mehr als nur den Standort des eigenen Geschäftes. Es geht um den strukturellen Kampf gegen den Ausverkauf der Stadt an Inverstor*innen, die die Stadt nicht lebenswerter, sondern profitorientierter machen. Und viele Menschen in Bonn wollen das nicht akzeptieren. So sollte mit dem Straßenfest auch ein Exempel statuiert werden. Die Überzeugung war: Auch wenn man sich mit den links-alternativen Lebensinhalten nicht identifizieren kann, gehören sie doch zur Gesellschaft dazu und ihnen dürfen nicht die Existenzgrundlagen entzogen werden. Diese Orte sind wichtig für die Entwicklung von alternativen Lebens- und Gesellschaftskonzepten. Und deshalb war das Straßenfest auch eine politische Veranstaltung, die mit einem derart großen Zulauf ein voller Erfolg war und Kraft und Hoffnung für das weitere Engagement lieferte.
Auf einer Straße, auf der sonst 30 Autos Platz zum Parken finden, fanden an dem Tag 1000 (auch tanzende) Menschen, eine Bühne und viele Stände Platz.
Auch unser Fahrradkino war ein voller Erfolg, Hunderte blieben bis zum letzten Filmchen und sogar länger, applaudierten nach jedem Film und radelten so fleißig, dass die Akkus super gefüllt waren!
Nach Bonn gehen auch wir mit gefüllten Akkus nach Hause und freuen uns über die tollen Menschen, die sich so für ihre Stadt und ein lebenswertes Leben einsetzen und so ein inspirierendes Beispiel für viele andere darstellen. Vielen Dank an euch, ihr seid unglaublich toll!


Mit dem Smoothiebike durch Utopiastadt...Fahrradkino-Tour #3 in Wuppertal

24.05.2018

Mit dem Smoothiebike durch Utopiastadt...Fahrradkino-Tour #3 in Wuppertal

Auch unser 3. Tourstopp in Wuppertal beschenkte uns mit wunderbarem Sonnenschein und tollen kreativen lokalen Partner*innen!

Wir waren am Pfingstwochenende zu Gast in der Utopiastadt, auf dem seit 2009 zweimal jährlich stattfindenden Needful Things Designmarkt.

Utopiastadt ist ein gemeinschaftlich organisiertes Projekt von Kreativen und Kulturschaffenden, angesiedelt im historischen Bahnhof Wuppertal-Mirke, direkt an der Nordbahntrasse, einer ehemaligen Industriebahnstrecke entlang des Nordhanges der Wuppertaler Innenstadt. Das aus einer Bürger*inneninitiative hervorgegangene Projekt Nordbahntrasse wurde 2014 fertiggestellt und als kombinierter Fuß-, Rad- und Inlineskater*innenweg eröffnet. Seitdem wird die ebene Trasse als Alternativroute zur für Fahrradfahrer*innen herausfordernden städtischen Topographie und als beliebtes Naherholungsgebiet innerhalb des Wuppertaler Stadtgebietes genutzt.

Utopiastadt im historischen Bahngebäude bildet mit seiner idealen Lage an der Nordbahntrasse und seinem Angebot von Cafe, Ausstellungs – und Veranstaltungsräumen, Ateliers, einer Fahrradrepair- und Ausleihstation sowie einem Coworkingspace einen ganz besonderen Ort in Wuppertal. Utopiastadt versteht sich als Keimzelle für kreative Stadtentwicklung und Labor für Utopien. Darüber hinaus bietet Utopiastadt unterschiedlichen kulturellen oder gesellschaftspolitischen Organisationen und Aktionen Raum.

Pfingstsonntag – und Montag fand auf dem Gelände von Utopiastadt der Needful Things Designmarkt statt, in dessen Rahmen wir am Sonntag unser Kino veranstalteten. Tagsüber gab es fleißig Infos, Fahrradschlauchschlüsselanhänger und schicke Siebdruckshirts bei uns am Stand. Unserer Meinung nach der beste Platz auf dem ganzen Markt, direkt neben dem Smoothie-Bike! Foodsharing Wuppertal war am Start und versorgte die Besucher*innen mit geretteten Schnittchen, Salat und frisch erstrampelten Smoothies. Mit eigener Muskelkraft wurde der Mixer angetrieben – durch die mechanische Umwandlung der Vorwärtsdrehung des Vorderrades in die Drehbewegung des Schnittmessers. Raffiniert und unglaublich köstlich!

Am Sonntag, ab 20.00 Uhr startete die Fahrraddisco in den Abend und stimmte die Besucher*innen auf das später folgende Fahrradkino ein.

Relaxt auf Liegestühlen und Pallettenbänken genossen die zahlreichen Zuschauer*innen das Filmprogramm. Neben den KLAK-Kurzfilmen wurden auch drei Filme von lokalen Filmemacher*innen gezeigt. In dem Film „du bist was du isst“ von Daniel Che Hermann wird über die Essensgewohnheiten der Wuppertaler*innen berichtet. „I call it foodage“ von Ayla Yildiz ist eine interessante Doku über Foodsharing. Außerdem begeisterte eine Doku über den Umzug mit dem Lastenrad „Umzug mit Fienchen“ von Christoph Grothe. Dazu mehr in Kürze in unserer 3. Folge von KLAK trifft….

Schön zu sehen, dass so viele Menschen zum Kino gekommen sind. Die Batterie wurde währenddessen sogar um 11% aufgeladen, danke an die fleißigen Strampler*innen!

Es waren zwei tolle Tage. Vielen Dank an das tolle Team von Utopiastadt und alle Wuppertaler*innen die dabei waren. Gerne kommen wir wieder!


Fahrrad, Freiraum, Feierabend...Fahrradkino-Tour #2 in Essen

18.05.2018

Fahrrad, Freiraum, Feierabend...Fahrradkino-Tour #2 in Essen

Zentral und doch etwas ab vom Schuss wirkte bei unserer Ankunft der Weberplatz – der zweite Stopp der KLAK-Fahrradkino-Tour. Er liegt in der nördlichen Innenstadt von Essen. Das ehemalige „Haus der Begegnungen“ ist riesig, steht jetzt fast leer und ist von einem Bauzaun umgeben. Nur das Ersdgeschoss wird aktuell (seit 2016) genutzt. Hier sitzt der Freiraum Weberplatz,  der Feierabendmarkt und viele andere Initiativen, die wir am Donnerstag, den 17.5., zu Speis und Trank, Kleidertausch, Mal-Aktion, Verweilen in der Sonne und natürlich zum Strampeln fürs Fahrradkino einluden.

Tagsüber gabs Wasser von Refill Essen und Cargobikes vom ADFC Essen und vom Fachgeschäft für Stadtwandel konnten ausprobiert werden. Foodsharing Essen kam mit geretteten Lebensmitteln und die Grüne Hochschulgruppe der Uni Duisburg-Essen mit einer Kleidertauschparty. Auch Wir sind Nachbarn e.V. aus dem Essener Nordviertel, WissenSchaffenWandeln mit dem Energywalk und Initiative für Nachhaltigkeit waren dabei. Die Bäckerei Troll kam mit leckeren Käsestangen und Walnusscookies aufm Lastenrad.

Die Besucher*innen fingen schon vor dem Kino für das Konzert des Singersongwriters Greenish Appliance ordentlich an auf den Rädern an zu strampeln. Beim Kino, wo die KLAK Klimakurzfilmen und das internationale Kurzfilmprogramm von Moviemiento lief, war die Puste aber noch lange nicht weg. Im Gegenteil! Das Publikum war begeistert dabei und setzte gleich einen neuen Rekord: Die radelnden Besucher*innen lieferten nicht nur genügend Strom für das Kino, sie luden die Batterie sogar um 12% auf!

Begleitet wurde das Ganze nicht nur von unserem Doku-Team, auch die Presse war da. Den Beitrag von RTL-West könnt ihr noch einige Tage online hier sehen.

Das Projekt Freiraum Weberplatz wurde 2016 gestartet. Dabei sollte zu einer langfristigen Belebung des öffentlichen Platzes über das „Grüne-Hauptstadt-Jahr 2017“ hinaus beigetragen werden. Auch in 2018 besteht weiterhin die Möglichkeit, den Freiraum zu nutzen.


Sonniger Tour-Start # 1 in Kiel

14.05.2018

Sonniger Tour-Start #1 in Kiel

Etwas aufgeregt war das KLAK-Team schon, als es dann nach monatelangen Vorbereitungen endlich losging mit der bundesweiten Fahrradkino-Tour. Am 9. Mai bei traumhaftem Wetter hatten wir unseren ersten Tour-Stopp in der Alten Mu in Kiel in Kooperation mit dem Asta CAU Kiel und dem FahrradkinoKominat. Nach dem ersten Zusammentreffen mit unseren Kooperationspartner*innen war schnell klar: Das kann nur gut werden!

Die Alte Mu ist eine Gemeinschaftsinitiative, in der Bewegungen, junge Start-Ups und geniale Ideen einen Raum finden, um alternative Gesellschaftsmodelle auszuprobieren. Überall sieht man Beete mit Gewürzen und Pflanzen, die liebevoll angebaut wurden, es gibt eine Werk statt Konsum- Halle, in der Menschen vor sich hinwerkeln und sich gegenseitig helfen und das Glückslokal e.V., was Second Hand – Kleidung, – Bücher und alles, was das Herz begehrt umsonst anbietet und wiederum annimmt. Dort hatten wir unseren ersten Überraschungsmoment. Als wir uns ein paar Kleidungsstücke herausgesucht hatten, die gut in unsere Tour passen, wurde uns an der Kasse gesagt: kaufen könnt ihr hier nichts, egal wie viel Geld ihr uns anbietet, wir wollen es nicht. Als wir anboten die Kleidungsstücke gegen unsere eigenen Siebdruck-T-shirts zu tauschen, sagte man uns: aber wir sind auch keine Tauschbörse. Was nun? Ihr müsst Mitglied werden! Die Message: Wir sind ein Kollektiv, eine Bewegung. Es geht nicht um kaufen, es geht nicht um tauschen, es geht darum ein Teil von etwas zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen und in der Gemeinschaft verlässlich füreinander zu sein. Es geht um Vertrauen. Das hat uns überzeugt.

Die Alte Mu steht kurz vor dem Kauf des Grundstücks. Dann geht das Projekt den nächsten Schritt: auf die Dächer der alten Kunsthochschule werden kleine Wohneinheiten gebaut und das Tolle daran: Der Plan ist, eine kleine Stadt in der Stadt zu bauen, in der gemeinschaftliches Leben, Nachhaltigkeit und Sich-Unterstützen groß geschrieben werden. Irgendwann soll dort kein Müll mehr produziert werden und alle Bauunternehmen sollen cradle to cradle verwirklicht werden [cradle to cradle bedeutet, dass Abfall eliminiert wird und eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft etabliert, bei der alle Produkte sich 100% positiv auf den Menschen und die Umwelt auswirken, also die Lebensqualität erhöhen und Schäden vermeiden].

Schon während der genauen Ablaufplanung wurde auch klar, dass es eins hier nicht geben würde: Stress. Für jedes Problem gab es eine Lösung, auch wenn diese teils ungewöhnlich war. Als unsere Monitor-Befestigung im Gepäck fehlte, wurde spontan eine Vorrichtung aus Recycle-Materialien gebaut und als letzte Telefonate und Büroarbeit getätigt werden mussten, war im Nu eine Kabeltrommel parat, die erlaubte im Hinterhof unter romantischen Kirschbäumen ein ungestörtes Outdoor-Büro einzurichten. Kreativität war hier die Basis von allem Handeln.

Nachdem wir diesen tollen Ort mit vielen offenen, aktiven und freundlichen Menschen kenngelernt hatten, war klar, dass das Event in jedem Fall toll werden würde. Das war es dann auch. Von 10 Fahrrädern, die in unsere Generatoren eingespannt waren, war immer die Großzahl besetzt und die Prozent des Akkus sind bis zum Ende der Klimakurzfilmvorstellung nicht unter 54% gefallen. Es gab aufrüttelnde, berührende und witzige Filme und die Warnung vor dem Kieler Wetter konnten wir nicht verstehen, denn die Sonne strahlte als wenn sie beweisen wollte, dass unsere Solarpanels die ganze Stadt versorgen könnten und machte uns die Köpfe heiß. Auch um ein Uhr nachts saßen wir noch bei Pizza aus dem Lehmofen draußen, mit vielen jungen Menschen, die in der Alten Mu ihr Lebenszentrum zu haben scheinen und sprachen über – vor allem Fahrräder. Ein durch und durch gelungenes und vor allem tiefenentspanntes erstes Tour-Erlebnis. Ein großer Dank an diesen tollen Ort mit seinen tollen Menschen, die uns wieder daran erinnern warum wir uns auf die Tour so gefreut haben!

Wow! Danke, ihr wart toll!

Jetzt sind wir für einen kurzen Stopp zurück Zuhause, bevor es gleich weiter nach NRW geht! Wir freuen uns!

Alle Tourdaten gibt es hier.


Grosse Premiere unserer Klimakurzfilme

16.04.2018

Grosse Premiere unserer Klimakurzfilme

Dieses Wochenende fand die Premiere unserer KLAK-Klimakurzfilme statt, bei der die fertigen Filme dem Publikum auf großer Leinwand präsentiert wurden. Eingeladen waren die jungen Drehbuchautor*innen, die Filmteams, die Jurymitglieder, Förderer*innen, und viele mehr!

Eines ist sicher: die Filme waren voller Überraschungen. Ein Aschenputtel, das seine Wohnung in die Luft jagt, ein Manager, der am Strand von den Fluten verschlungen wird und ein Film aus Filmmüll, der sich auch noch um Filmmüll dreht.

Neben einem Stop- Motion- Film gab es animierte und teilanimierte Filme, ein neuinterpretiertes Märchen, Doku und einiges mehr. Das Publikum war begeistert und endlich konnten alle das Ergebnis ihrer Arbeit des letzen Jahres bewundern– es hat sich gelohnt!

Die Filme konnten mit viel Kreativität und vor allem äußerst guter Qualität überzeugen. Kameraführung, Regie und Schauspielerei waren allesamt auf einem sehr hohen Niveau. So einige Lacher wurden dem Publikum entlockt, die bis hin zur „Aftershow“-Party auf der Dachterasse für gute Stimmung sorgten.

Insgesamt ein großer Erfolg, der die Freude und Aufregung steigen lässt – ab dem 9. Mai starten wir mit allen Filmen und einem bunten Rahmenprogramm auf die bundesweite Fahrradkinotour. Der erste Tourstopp und öffentliche Premiere der Kurzfilme findet am 9. Mai in Kiel statt. Viel Spaß und Dazulernen sind garantiert!

Die KLAK Klimakurzfilme werden ab Mai (nach der Premiere) online zur Verfügung stehen!

Die Tourdaten gibt es hier.